Henner Kotte

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  • Theaterkritiker
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Neuerscheinung Oktober 2017:

Populäre Sächsische Irrtümer

Die Sachsen selbst erzählen viel und gern. Noch mehr wird allerdings über Sachsen geredet, und nicht immer ist es erwiesen - oder doch?

Nie haben Sachsen einen Krieg gewonnen. Die erste Eisenbahn fuhr von Leipzig nach Dresden. Die Sachsen sprechen zu weeches Deitsch und trinken gern ihren Gaffee dinne. Biathlon startete man erstmals im Erzgebirge. Die Dardanellen liegen vor Dresdens Toren. Auch sind die Sachsen Avantgarde in Sachen Sex: Sachsendreier, Meißner Fummel, Bruno Banani. Ist der Nischel in Chemnitz der weltgrößte Denkmalskopf? Ist das Weiße Gold Sachsens Schatz? Oder doch Karl May?

Wurde der erste »Tatort« wirklich in Leipzig gedreht? Und schaffte der Freistaat erst nach der Wende die Todesstrafe ab?

Henner Kotte klärt einige der populären Irrtümer über Land und Volk der Sachsen auf. Das also ist die Wahrheit, und wenn sie nicht beweisbar ist, ist sie allemal eine vergnügliche Lektüre!

Verlag: Bild und Heimat
ISBN: 978-3-95958-119-6


 


       

Die sieben sächsischen Weltwunder      

Eine Klärung der Tatsachen durch Griseldis Wenner, Uwe Steimle und Henner Kotte am 10. Oktober 2017 im Akademixer Leipzig:     

Immer wieder belächelt man die Sachsen, obwohl Kaiser, Könige, Hollywood-Stars und Erfinder aus ihren Reihen stammen. Drei Sachsen und Sachsenkenner traten an, die Leistungen ihres Volkes gebührend unters Volk zu bringen: vergnüglich, sprachgewandt und detailliert. Denn wer weiß schon, dass die Blumenläden ohne Sachsen ärmer wären, es Nostalgie nicht gäbe, der Kaffee in der Tasse krümlig bliebe.
Fernsehgeschichte haben sie geschrieben in der Sachsenklinik, Fort Knox und am Tatort sowieso. Lange vor Deutschland hat sich Sachsen schon geteilt. Revolutionen sind von diesem Lande ausgegangen. Berlin säß‘ ohne Sachsen auf dem Trocknen. Den Verkehr haben Sachsen entscheidend mitgeprägt auf Schiene, Straße, gar in der Erdumlaufbahn. Tiefe Täler, dunkle Wälder, klare Flüsse bergen Monster, Zwerge, Drachen und Prinzessinnen. Die Geschichten der Sachsen füllen Bücher wie ihr unvergleichlicher Humor.
Nur den Dialekt belächelt man, dabei perlt der sehr geschmeidig von der Zunge und ganz Deutschland spricht ihn, nuworr?

Es war an der Zeit, endlich offen darüber zu sprechen!   

Ein interessanter, kurzweiliger und aufschlussreicher Abend im Kabarett Academixer Leipzig, der nicht nur zum Lachen anregte, sondern auch vielfach zum Nachdenken.

 

  


Artikel aus der Leipziger Volkszeitung vom 28. Juni 2017 von Steffi Robak:

 

Schuhmacher zerstückelt Ehefrau in Hartha

In Hartha hat ein Schumacher seine Frau erschlagen, zerstückelt und im Garteb vergraben. Das Ganze geschah in der August-Bebel-Straße und ist mehr als ein halbes Jahrhundert her. Henner Kotte, Buchautor und Krimi-Stadtführer aus und in Leipzig, recherchierte für sein Buch "Stiefel für den Tod" in sächsischen Archiven. Immer wieder stößt er auf Unglaubliches.

 „Das Seltene an diesem Fall ist das Protokoll der Vernehmung“, schildert der Autor zu einer Lesung in Sitten. „Alles ist wie ein Wortwechsel aufgeschrieben und lässt auf eine ausgefeilte Gesprächsführung schließen.“ Mord und Totschlag habe es schon immer gegeben, nur in der Menge an Tageslicht kam es früher nicht. Manchmal sprechen ihn Verwandte damaliger Opfer an, wenn sie aus dem Sachsenspiegel im MDR-Fernsehen oder aus einem seiner Bücher erfahren, dass der Todesfall wieder oder auch erstmals in der Öffentlichkeit steht.

Warum immer dieses Blutvergießen?

In der Schilderung der Harthaer Falles lässt Kotte nichts weg: „Ich halte nichts davon, vor der Furchtbarkeit zu fliehen.“ Beim Schildern der Zerstückelung der erschlagenen Ehefrau hält sich Kotte sozusagen ans Protokoll. Namen der handelnden Personen verändert er. „Nicht ausgeschlossen, dass Verfahrensbeteiligte oder deren Nachkommen noch leben“, sagt er. Warum es in der Flut der Kriminalromane einen weiteren Krimi mit reichlich Blutvergießen zu lesen geben muss?

Charaktere in Extremsituationen stellen

Kotte behauptet kühn: „Wir müssen uns auch mit den Dingen befassen, die die Leute lesen wollen. Und wenn es Leute lesen, dann muss es auch Literatur sein.“ Große Werke der Literaturgeschichte stünden mit Verbrechen in Verbindung. Und überhaupt sei Friedrich Schiller der Begründer der Kriminalliteratur, siehe: „Die Räuber“. „Wenn wir menschliche Charaktere kennen lernen wollen, müssen wir sie in Extremsituationen stellen“, schildert der Autor einen Beweggrund, warum seinesgleichen nicht müde wird, in diesem von Blut nur so triefenden Genre in die finsteren Tiefen menschlicher Seelenzustände zu blicken.

„Den Polizeiruf früher fand ich gut. Da wurden private Geschichten erzählt. Das fand ich toll, irgendwie sagte mir das: Das kann auch mir passieren.“

Unter anderem untersuchte Kotte bereits das Schicksal des Döbelner Arztes Viktor Schieck, der 1884 in den Tiroler Alpen umgebracht wurde. In einem späteren Buch schrieb er über einen Mann aus Zschoppach, der zwischen Klosterbuch und Eichhardt sein Auto samt Ehefrau verbrannt hatte. In das Buch „Stiefel für den Tod“ nahm Henner Kotte neben der Schuhmacher-Geschichte aus Hartha zwei weitere authentische sächsische Kriminalfälle auf.

Henner Kotte: „Stiefel für den Tod, 
ISBN 978-3-95958-083-0

 

http://www.lvz.de/Region/Doebeln/Schuhmacher-zerstueckelt-Ehefrau-in-Hartha