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Patientenfest der Volksmusik Volkslieder aus der Psychiatrie Volkstümliches Liedgut einmal ganz anders.
Altbekanntem - oder zu Recht Unbekanntem - eine neue Seite abgewinnen, einmal hinter die Kulissen des Musikantenstadl blicken, diese Aufgabe hat sich das Quartett Andrea Höhn, Tilo Augsten, Axel Thielmann und Henner Kotte gestellt. Frau Höhn und Herr Thielmann präsentieren als Insassen einer psychiatrischen Station sattsam bekannte Sternstunden der Volksmusik, sowie die eine oder andere demenzbehauchte Perle volkstümlichen Schaffens. Herr Kotte als Arzt führt durch das Programm und findet einleitende Worte, bezieht das Publikum in dieses neue Experiment ein. Thilo Augsten, mit angemessenem Ernst im Blick, sorgt für die passende musikalische Untermalung. Der Blick hinter die Kulissen, das Lesen zwischen den Zeilen der Texte von Stefanie Hertel, Andrea Jürgens und Co. wird zum Horrortrip durch die vermuteten Obsessionen der Republik. Schlimmer geht's immer: Das Patientenfest der Volksmusik
Es hat nun zwei Jahre gedauert, bis sich wieder jemand an das heikle Thema wagt und das Quartett Höhn, Kotte, Thielmann und Augsten aufforderte, die Menschen über die (Ab)Gründe der Volksmusik, die ewige Liebe und den Hass zur Gleichen aufzuklären. Die Premiere war 2005 und nun lässt der FHL-Club das Publikum an zwei Terminen teilhaben, die Volksmusik anders zu erleben. Er ruft die Jugend (P13) und vor allem die Junggebliebenen auf, mit ihren Müttern, Großmüttern und Urgroßmüttern, die Chance zu nutzen, die unglaubliche Welt der Volksmusik zu begreifen. Das volkstümliche Liedgut, auch Volkslieder genannt, einmal ganz anders erleben, aus dem Leben einer Psychiatrie. Blicken Sie an zwei Abenden hinter den Kulissen von "Musikantenstadl", "Feste der Volksmusik", "Heimatmelodie" oder "Zum Stanglwirt" und Sie erhalten einen schockierenden Einblick in das noch unbekannte Leben unserer Volks-Musik-Stars der privaten und öffentlich-rechtlichen Senioren-Sende-Anstalten. Harte Nerven muss man haben, bringt das Quartett Höhn, Augsten, Thielmann und Kotte im Kulturbundhaus Leipzig doch alle Gäste zum Lachen.
Als Insassen einer psychiatrischen Station präsentieren Andrea Höhn und Axel Thielmann seltsam bekannte Sternstunden der Volksmusik, sowie die eine oder andere Schöpfung volkstümlichen Schaffens. Als Arzt Dr. Kotte, führt der bekannte Krimiautor Henner Kotte in seiner wohl liebsten Rolle durch das Programm und (be)zieht das Publikum ganz in eine neue Welt ein, untermalt mit der perfekten Musik von Tilo Augsten.
Wir blicken mit Andrea Höhn im knappen Lackkleidchen, Axel Thielmann auspeitschend in Lederhose, hinter die Kulissen von Florian Siebereisen, Stefanie Hertel, Heino und Wildecker Herzbuben. Es wird zum Trip aus Horror und Ekstase, durch die anscheinend kleinen, häufig sexuellen, Obsessionen des Deutschen Landes. Frau Höhn und Herr Thielmann singen über Größenwahnsinnige, Vergewaltiger, Selbstmörderinnen und Exhibitionisten und entlarven in ihrer Einfältigkeit den tieferen Sinn der volkstümlichen Szenerie, die sich wie eine Seuche über das Land ausgebreitet hat. Der Arzt Dr. Kotte hat keine Chance. Bekommen Sie einmalig einen Eindruck davon, wie es wirklich in der Welt der Trachten und Dirndl zugehen könnte, wenn die Kameras abgebaut sind und der Bürger nach der Volks-Musik-Sendung sich Gute Nacht sagt und ruhig einschläft. Leipziger Internet Zeitung - Redaktion am Montag, 29. Oktober 2007  |