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Natürlich tot  Zwölf Mordsgeschichten in einem Jahnbuch. Henner Kotte erschrieb sich 1997 den MDR-Literaturpreis mit "Taxi!". Diese und elf andere Mordsgeschichten sind jetzt erstmals in einem Buch versammelt, schwarze Geschichten, die sich nur bedingt den üblichen Krimiregeln beugen, und nicht zuletzt von einer ganz eigenen, literarisch-melodischen Sprache profitieren. "Bitte lesen Sie dieses Buch, denn Henner Kotte ging mit mir in die Klasse." Uwe Steimle “Natürlich tot! Ein Jahr Buch”, 1997, Fünf Finger Verlag, ISBN 3-9807419-1-5 Henner Kotte schreibt gradlinig, nichts beschönigend, und gerade das Unfaßbare, Harte und zuweilen Makabre hinterläßt bei mir den Eindruck von Wärme. Henner liebt die Menschen, über die er schreibt. Und er hat einen eigenen Stil. Unverwechselbar. Lakonisch. Trocken. Und ich sage es noch einmal: Immer mit Herzenswärme. Sozial!!! Bitte lesen Sie dieses Buch, denn Henner Kotte ging mit mir in die Klasse. Uwe Steimle Geschichten wie Ohrwürmer - Henner Kottes "Ein Jahr Buch" fesselt, überrascht und verstört Das perfekte Verbrechen und dessen Aufklärung, Unrecht und Gerechtigkeit spielen bei Kotte kaum eine Rolle. Der Autor konzentriert sich auf seine Figuren. In inneren Monologen führt er in ihre Psyche ein. Streut Jugenderinnerungen. Zeigt, wie jemand wurde, was er ist, und warum er tut, was er tut ... Die verstörenden, blutigen, makabren, überraschenden, mit Klischees spielenden, stets Raum für Fantasie lassenden Krimis (oder Psychogramme?) bewegen sich irgendwo zwischen Edgar Allen Poe und Nick Caves "Murder Ballads". Kottes Sprache ist so schroff und kantig wie sein Personal. Hendrik Pupat, LVZ 6./7. Januar 2001 Ein bißchen sollte man schon trainiert sein bei den harten Burschen unter den Krimiautoren. Was uns der aus Dresden stammende Henner Kotte da in zwölf Kalendergeschichten - immer schön jahreszeitgemäß - bietet ist nichts für zart Besaitete. Ein mörderisches Jahrbuch: Monat für Monat ein Gemeuchelter. Mindestens. Zur Abwechslung auch mal Katzen (mit Rattengift). Und weit und breit kein Detektiv. Denn ums Aufklären der Verbrechen geht es Kotte nicht. Er schaut den Mördern nicht einmal bei der Arbeit zu, er läßt sie selber davon erzählen. Und was sind das für arme Würstchen: abgeblitzte, arbeitslose, gescheiterte, mißbrauchte Unglücksraben (und -räbinnen). Tomas Gärtner, DNN 26. Januar 2001 Der Mensch erfreut sich an jedem Toten. An jedem frischen Toten auf dem Felde der Literatur. Natürlich tot! nennt der Leipziger Henner Kotte seine Sammlung von zwölf Mini-Krimis im Fünf Finger Ferlag ... Jedem Monat hat Kotte just eine seiner zwölf Geschichten zugeordnet - deshalb ist der Untertitel stimmig: "Ein Jahr Buch". Stimmig sind auch die verschiedenen Jahreszeiten, die sich über die Totenstadt Leipzig senken und dies oder jenes Hübsche zeigen: Zufallsmord, Gattenmord, Auftragsmord. Kotte weiß, daß man Krimis ausrechnen muß _ da man aber nicht alles ausrechnen kann, überrascht Kotte manchmal. In einem legendären Leipziger Café zum Beispiel mit einem Blutbad. Matthias Biskupek, Eulenspiegel 5/2001 |