Da Riddim – die Kids der Stadt zucken im Rhythmus. Nach einem Konzert im Haus Auensee wird der siebzehnjährige Steven Bärnstorff auf offener Straße erstochen. Vieles deutet auf einem Raubüberfall hin. Dann erhält die Polizei Hinweise, dass sich Steven prostituierte. Als ein zweiter Junge nach einer Jugendweihfeier brutal niedergeschlagen wird, sucht die Mordkommission II einen Serientäter, der sich seine Opfer unter jungen Männern sucht. Die Medien machen mobil, Leipzig gerät immer mehr in Panik. Doch Hauptkommissar Lars Kohlund mag nicht an die These vom Serientäter glauben. Die Spuren führen ihn direkt in die eigene Familie. Join da Riddim!
Abriss Leipzig ist der erste Fall der Leipziger Mordkommission unter Hauptkommissar Lars Kohlund, der gerne den Misanthropen gibt, aber mit Herz und Seele ermittelt. Kotte zeigt Leipzig zwischen WM-Boom und der gescheiterten Olympia-Bewerbung, er zeichnet eine Stadt, deren Koordinaten in ständiger Bewegung sind. Hier überlebt nur, wer im Riddim tanzt.
Abriss Leipzig, 2005, Festa, ISBN: 3865520251
Neuauflage Abriss Leipzig, 2008Rotbuch Verlag
Auflage ab 15. März 2008
ISBN-10: 386789034X
Eine spröde, konzentrierte Sprache, ein Krimialkommision, die zwei Morde klären, doch viele andere ungelöst lassen und die schönste Stadt als Hintergund - das ist Henner Kottes Erstlingskrimi.
Dem Autor bekannt war die Lektüre naturgegeben eine Ehre und an Vorfreude und Spannung kaum zu überbieten. Der Beginn floss noch ein wenig zähflüssig dahin. Doch dann schlug der Roman glücklicherweise um und fesselte den Leser. Denn plötzlich wirkten die Taten nicht mehr unpersönlich-unverbindlich, sondern bekamen eine menschliche Note. Man lernte Opfer und Ermittler kennen, ihre Leben, Probleme, Macken, ihre Familien.
Alles schien auf ein nichtaufklärbaren Fall hinauszulaufen, als ein Zufall dann doch noch die Lösung brachte. Die vielleicht mehr erhofft als erbracht war, doch Kotter gelang es geschickt, Lust zu machen auf einen zweiten Teil. Denn obwohl man dachte, der Fall bzw. die Fälle seien gelöst, waren sie doch nur eine zufällige Auswahl aus einer Reihe von Fällen, deren Stickmuster sich im letzten Absatz fortsetzte. Clever, Kotter.
Auch gute Recherchearbeit des Autors fällt auf. Man lernt viel über Leipzig - natürlich, aber auch über das Stricher-Milieu dieser Stadt und - noch interessanter - über die Arbeit in einer Kriminalkommission. Authentisch, überzeugend.
Kotters Stil verwirrt übrigens zu Beginn. Ellipsen, abgehackte Sätze, Satzfetzen sind seine Spezialität. Und fast ist man verstört von so viel Wortklauberei. Doch dann gewöhnt man sich daran - oder der Autor erzählt seine Geschichte episch vollmundiger -, und dann kann man kaum stoppen und verschlingt das Buch, das auch stilistisch Lust macht auf mehr.
Jacqueline Sterzik (2007)
Dem Autor bekannt war die Lektüre naturgegeben eine Ehre und an Vorfreude und Spannung kaum zu überbieten. Der Beginn floss noch ein wenig zähflüssig dahin. Doch dann schlug der Roman glücklicherweise um und fesselte den Leser. Denn plötzlich wirkten die Taten nicht mehr unpersönlich-unverbindlich, sondern bekamen eine menschliche Note. Man lernte Opfer und Ermittler kennen, ihre Leben, Probleme, Macken, ihre Familien.
Alles schien auf ein nichtaufklärbaren Fall hinauszulaufen, als ein Zufall dann doch noch die Lösung brachte. Die vielleicht mehr erhofft als erbracht war, doch Kotter gelang es geschickt, Lust zu machen auf einen zweiten Teil. Denn obwohl man dachte, der Fall bzw. die Fälle seien gelöst, waren sie doch nur eine zufällige Auswahl aus einer Reihe von Fällen, deren Stickmuster sich im letzten Absatz fortsetzte. Clever, Kotter.
Auch gute Recherchearbeit des Autors fällt auf. Man lernt viel über Leipzig - natürlich, aber auch über das Stricher-Milieu dieser Stadt und - noch interessanter - über die Arbeit in einer Kriminalkommission. Authentisch, überzeugend.
Kotters Stil verwirrt übrigens zu Beginn. Ellipsen, abgehackte Sätze, Satzfetzen sind seine Spezialität. Und fast ist man verstört von so viel Wortklauberei. Doch dann gewöhnt man sich daran - oder der Autor erzählt seine Geschichte episch vollmundiger -, und dann kann man kaum stoppen und verschlingt das Buch, das auch stilistisch Lust macht auf mehr.
Jacqueline Sterzik (2007)
